Stellen Sie sich einen Morgenspaziergang durch gepflasterte Gassen vor, wo zwischen
gemütlichen Cafés und dem Duft von Mokka plötzlich monumentale römische Säulen aufragen. In
Side ist das Altertum nicht hinter Zäunen weggesperrt – der Ferienort pulsiert direkt auf
den Fundamenten der einstigen Metropole Pamphylien.
Errichtet im 2. Jahrhundert n. Chr. an der Hafeneinfahrt. Das rekonstruierte Ensemble
der fünf korinthischen Säulen des Apollon-Tempels ist das Fotomotiv der Türkischen
Riviera schlechthin. Direkt daneben stand einst der noch größere Athena-Tempel. Der
Zutritt zum offenen Ruinenfeld ist rund um die Uhr kostenfrei.
Anders als typische griechische Theater lehnt sich der Zuschauerraum nicht an einen
Berghang, sondern ruht auf freistehenden, massiven Gewölben und Arkaden. In der
Spätantike fanden hier Gladiatorenkämpfe statt. Von den obersten Rängen genießt man
einen weiten Panoramablick.
Der einstige Handelsmittelpunkt der Stadt, auf dem unter anderem Sklavenmärkte
abgehalten wurden. Direkt angrenzend befindet sich in den gut erhaltenen römischen
Thermen aus dem 5. Jahrhundert das Museum von Side mit erstklassigen Skulpturen, Reliefs
und Sarkophagen.
Das monumentale Triumphtor bildete den festungsartigen Landzugang zur befestigten Stadt.
Hier beginnt der Spaziergang entlang der antiken Säulenstraße hinunter zum Hafen, der
die historische Halbinsel vom modernen Umland trennt.
Malerischer Fischer- und Bootshafen, gesäumt von Fischlokalen, Terrassencafés mit Blick
auf das Abendrot und traditionellen Holzbooten für Ausflüge entlang der Küste.
Side erleben: Die antike Halbinsel, Traumstrände und Jahrtausende
Geschichte
Side ist einer der seltenen Orte im Mittelmeerraum, an dem die antike Stadt kein abgezäuntes
Freilichtmuseum fernab des Lebens ist. Der gesamte historische Ortskern erstreckt sich über
eine schmale, knapp einen Kilometer ins Meer ragende Landzunge. Morgens spaziert man auf dem
Weg zum Mokka an römischen Kolonnaden vorbei, durchquert das monumentale Vespasian-Tor und
passiert die Flanken des Theaters, in dem vor zweitausend Jahren bis zu 15.000 Menschen
mitfieberten.
Das Wort Side bedeutete im antiken anatolischen Idiom
Granatapfel. Bis heute ist die Frucht das offizielle Stadtsymbol: Man
findet sie im Wappen, auf antiken Münzen im Museum und an zahlreichen Marktständen, die
frischen Saft vor den Augen der Spaziergänger pressen. Die Halbinsel selbst ist frei von
Hotelhochhäusern – hier dominieren niedrige Steinhäuser mit Holzbalkonen,
kopfsteingepflasterte Gassen und eine autofreie Fußgängerzone.
Wie verbringt man 1 Tag in Side?
Vormittags (8:30–10:30 Uhr): Theater (Restaurierungsarbeiten beachten) und Agora
besichtigen, bevor Hitze und Ausflugsbusse eintreffen. Mittags: Thermenmuseum oder
Baden. Nachmittags: Flanieren zum Apollon-Tempel im Abendlicht.
Nur 5 Gehminuten trennen den flach abfallenden, familienfreundlichen Weststrand vom
weitläufigen, von Pinien gesäumten und deutlich ruhigeren Oststrand.
Die bewegte Geschichte von Side: 2500 Jahre im
Überblick
Aufgrund ihrer exponierten Lage auf der Halbinsel wechselte die Stadt im Laufe der
Jahrhunderte immer wieder die Herrscher – von griechischen Kolonisten über kilikische
Seeräuber bis hin zu römischen Kaisern und osmanischen Fischern. Hier sind die wichtigsten
Epochen:
7. Jh. v. Chr.
Griechische Kolonisation und Entstehung des Hafens
Siedler aus Kyme gründen auf der Landzunge einen Handelsstützpunkt. Die Stadt
übernimmt das anatolische Wort für Granatapfel, prägt eigenes Geld und steigt zum
wichtigsten Seehafen Pamphyliens auf.
1. Jh. v. Chr.
Flottenstützpunkt der kilikischen Piraten
Mittelmeerpiraten besetzen den Naturhafen und machen Side zum größten
Sklavenhandelszentrum im östlichen Mittelmeerraum. Erst der römische Feldherr
Pompeius beendet das Seeräuberunwesen im Jahr 67 v. Chr.
2.–3. Jh. n. Chr.
Blütezeit im Römischen Reich
Die Epoche des größten Wohlstands. Es entstehen das Theater für 15.000 Zuschauer
samt Gladiatorenarena, Thermenkomplexe, Marktforen sowie die marmornen Tempel von
Apollon und Athena am Hafen.
7.–10. Jh. n. Chr.
Arabische Überfälle und Erdbeben
Plündernde Flottenzüge und verheerende Erdbeben zerstören die Stadtmauern und
Monumente. Die Bevölkerung verlässt den Ort, und Flugsand bedeckt die antiken
Kolonnaden über Jahrhunderte.
Ende 19. Jh. (1895)
Neubeginn: Das Fischerdorf Selimiye
Türkische Einwanderer aus Kreta siedeln sich zwischen den Trümmern an, errichten ein
bescheidenes Fischerdorf und nutzen antike Quadersteine für ihre Häuser. Ab den
1970er Jahren erwächst daraus einer der beliebtesten Ferienorte der Türkei.
Fototipp: Side stimmungsvoll ohne Besuchermassen einfangen
Apollon-Tempel zur goldenen Stunde: Das fotogenste Licht herrscht in
den letzten 45 Minuten vor Sonnenuntergang, wenn der weiße Marmor der Säulen warm
honigfarben aufleuchtet. Wer menschenleere Aufnahmen wünscht, sollte früh morgens
zwischen 7:30 und 8:30 Uhr kommen – das Licht ist sanft und die Ruinen liegen noch
friedlich da.
Orientierung vor Ort
Interaktive Karte: Sehenswürdigkeiten, Strände & Hafen
in Side
Alle Highlights von Side liegen auf engem Raum beieinander. Klicken Sie auf eine Markierung, um
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Badeurlaub
Strände in Side: Weststrand oder Oststrand?
Weststrand (Kumköy / Çolaklı)
Familien & Wassersport
Ein breiter Streifen aus feinem Goldsand mit sehr flach abfallendem, sicherem Einstieg ins
Meer. Entlang des Strandes verläuft eine gepflegte Fußgängerpromenade mit Cafés und
Wassersportbasen.
Sandqualität: Feiner Sand ohne Kiesel oder Felsplatten
Meereinstieg: Sehr sanft abfallend, ideal für Kinder
Atmosphäre: Lebhaft, direkt angebunden an Hotels und Lokale
Oststrand (Sorgun / Titreyengöl)
Ruhe & Weite
Zieht sich östlich der Halbinsel bis zur Mündung des Manavgat-Flusses. Eingebettet in Dünen
und den Pinienwald von Sorgun, bietet er viel Freiraum abseits der dichten Hotelbebauung.
Sandqualität: Sand mit feinem Kieselsaum an der Brandungslinie
Meereinstieg: Fällt etwas zügiger ins tiefere Wasser ab
Atmosphäre: Ruhig, weit auseinanderstehende Liegen, Naturkulisse
Kulinarik der Riviera
Essen in Side: Tavernen am Hafen, fangfrischer Fisch & echter Kebab
Hafentaverne in Side mit fangfrischem gegrilltem Fisch, traditionellen
Fleischgerichten und kalten Meze-Vorspeisen (Symbolfoto)
Nach einem Tag voller Besichtigungen gibt es kaum etwas Schöneres, als in einer gemütlichen
Hafentaverne einzukehren. Das gastronomische Herz schlägt am Kai und entlang der
Einkaufsmeile Liman Caddesi. Hier stehen die Tische fast am Wasser, und man blickt beim
Abendessen auf die beleuchteten Kolonnaden des Apollon-Tempels.
Auf den Speisekarten dominieren Fänge aus dem Mittelmeer: Goldbrasse (çipura) und
Wolfsbarsch (levrek), im Ganzen über Holzkohle mit Olivenöl und Zitrone gegrillt.
Fleischliebhaber greifen zum pikanten, am Spieß gegrillten Adana Kebab aus
gewürztem Lammhack oder zum milderen Urfa Kebab, serviert auf frischem Fladenbrot
mit geschmorten Tomaten.
Meze-Kultur
Beginnen Sie mit klassischen Vorspeisen: kühlem Minz-Joghurt haydari,
fruchtig-scharfem Tomatendip ezme und geräucherten Auberginen.
Wenn Sie mehr über die Geheimnisse der Gewürze, Fleischspezialitäten, Baklava und das Ritual
des türkischen Kaffees erfahren möchten, lesen Sie unseren ausführlichen Ratgeber zur türkischen Küche.
Praktische Logistik
Anreise nach Side: Flughafentransfer, Dolmuş-Busse & Parkregeln
Malerische Einkaufsstraße in Side, die durch die Altstadt geradewegs zum Hafen und
den Ausgrabungen führt (Foto: tucoo.pl)
Dank der Nähe zur gut ausgebauten Küstenschnellstraße D400 ist Side verkehrstechnisch
hervorragend angebunden. Egal ob Sie am Flughafen Antalya landen oder einen Tagesausflug aus
Alanya planen, die Anreise ist unkompliziert.
Vom Flughafen Antalya (AYT): Die Entfernung beträgt rund 65 km. Ein
vorab gebuchter Privattransfer oder ein Taxi benötigt für die Strecke knapp 50 bis 60
Minuten. Mietwagenstationen aller großen Anbieter befinden sich direkt an den Terminals.
Mit dem Dolmuş (Sammeltaxi): Günstig und authentisch. Vom Busbahnhof
(Otogar) in Antalya fahren Überlandbusse nach Manavgat. Am dortigen Busbahnhof steigt
man einfach in den Minibus mit der Aufschrift Side Antik um, der alle 10
Minuten direkt vor das antike Stadttor fährt.
Aus Alanya: Rund 60 km Distanz. Die Überlandbusse Richtung Antalya
lassen Fahrgäste an der Abzweigung Side Kavşağı aussteigen, von wo aus
Zubringer-Dolmuşe in wenigen Minuten ins Zentrum pendeln.
Wichtig: Fahrverbot auf der Halbinsel & Zentraler
Parkplatz
Der historische Altstadtbereich von Side ist für den regulären Pkw-Verkehr komplett
gesperrt. Wer mit dem Mietwagen anreist, muss das Fahrzeug auf dem großen, bewachten
Großparkplatz (Side Otopark) vor dem Vespasian-Tor abstellen. Von dort spaziert man in
ca. 10 Minuten an den Ruinen vorbei zum Hafen oder nutzt für ein geringes Entgelt den
kleinen Elektro-Shuttlebus.
Side im Überblick – Praktische Fakten für Urlauber
Sehenswürdigkeit / Bereich
Details & Hinweise
Warum es sich lohnt
Apollon-Tempel
Ruinen am Hafenbecken, freier Zugang rund um die Uhr
Der berühmteste Fotospot der Küste zum Sonnenuntergang
Römisches Theater
Freistehender Bau auf Arkaden aus dem 2. Jh., 15.000 Plätze
Eines der monumentalsten antiken Theaterbauten der Türkei
Thermenmuseum
Restaurierte Bäder aus dem 5. Jh. mit Skulpturen und Sarkophagen
Vermittelt die bewegte Vergangenheit der Seeräuber- und Römerzeit
Weststrand
Feiner Sand, sehr seichter Einstieg, gepflegte Uferpromenade
Hervorragend geeignet für Familien mit kleineren Kindern
Oststrand
Breit, naturbelassener, gesäumt vom Pinienwald Sorgun
Die richtige Wahl für alle, die Weite und Entspannung schätzen
KAS-Tagestour
Kurşunlu – Aspendos – Side an einem einzigen Tag
Ideale Verknüpfung von Naturerlebnis und antiker Hochkultur
Häufige Fragen
Urlaub in Side – Fragen & Antworten
Wo liegt Side genau und an welchem Meer?
Side liegt an der südlichen Mittelmeerküste der Türkei in der Provinz Antalya. Die
Ortschaft befindet sich auf einer markanten Halbinsel, etwa auf halbem Weg zwischen
Antalya (ca. 70 km) und Alanya (ca. 65 km).
Was sollte man in Side zuerst besichtigen?
Zu den absoluten Höhepunkten zählen das monumentale Römische Theater, die antike
Handelsagora, die Säulen des Apollon- und Athena-Tempels am Hafen sowie das
Archäologische Museum in den römischen Bädern.
Was bedeutet der Name "Side"?
In den antiken anatolischen Sprachen stand Side für den Granatapfel. Die
Frucht zierte bereits die antiken Silbermünzen der Stadt und ist bis heute das
offizielle Wappensymbol des Ortes.
Wie sicher ist Side in puncto Erdbeben?
Die Provinz Antalya liegt in einer Zone mit deutlich geringerem Erdbebenrisiko als der
Norden oder Osten der Türkei. Die moderne Hotel- und Gebäudeinfrastruktur wird nach
strengen staatlichen Bauvorschriften errichtet.
Wann ist die beste Reisezeit für Side?
Die klassische Badesaison dauert von Mai bis Ende Oktober. Wer warmes Meerwasser mit
angenehmen Temperaturen für Besichtigungen ohne drückende Hitze über 35 °C verbinden
möchte, wählt am besten Juni, September oder Oktober.
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Leidenschaft & Erfahrung
Über den Autor des Reiseführers
Ich bin leidenschaftlicher Reisender, Touristikfan und Webentwickler. Jeden Reiseführer erstelle ich mit Hingabe und Liebe zum Detail auf Basis persönlicher Reiseerfahrungen, wobei ausgewählte visuelle Inhalte und redaktionelle Ausarbeitungen durch moderne digitale Werkzeuge und KI-Grafiken ergänzt werden. Ich gebe mein Bestes, damit alle Angaben, Preise und Tipps stets aktuell sind. Sollten Sie einen Fehler oder Neuerungen vor Ort bemerken, freue ich mich sehr über Ihre Nachricht: